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Fakten zur Kreislaufwirtschaft in der EU & weltweit: was, wo, wer & wie

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Kontext - Menschen verbrauchen mehr Güter und Dienstleistungen als im Hinblick auf nicht erneuerbare Ressourcen nachhaltig ist.

Wie kann das Konzept einer Kreislaufwirtschaft dabei helfen, dieses Problem zu entschärfen?

Dies ist eine zuverlässige Synthese und Zusammenfassung mehrerer wissenschaftlichen Konsensberichts. Für die vollständige Liste der Quellen, Beziehen sich auf die Referenzen.
  • Quelle:UNEP (2011) / OECD (2008) / EU / EASAC (2015) / COR (2016)
  • Übersicht & Details: GreenFacts
Neuestes Update: 19 Juni 2017

1. Einleitung

Gemäß den Analysen des Internationalen Ressourcen-Panels (IRP) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) verbrauchen Menschen mehr Güter und Dienstleistungen als im Hinblick auf nicht erneuerbare Ressourcen nachhaltig ist.

Das untermauert die Notwendigkeit einer Steigerung der Effizienz, mit der die Wirtschaft diese natürlichen Ressourcen einsetzt, um die künftige Knappheit an Rohstoffen zu verhindern – ein Problem, das nicht nur unsere Umwelt betrifft, sondern für das langfristige Überleben der Menschheit von existentieller Bedeutung ist. Mehr auf Englisch

2. Was bedeutet „Kreislaufwirtschaft“?

Für die EU-Kommission bedeutet „Kreislaufwirtschaft“ allgemein, den Wert von Produkten und Materialien so lange wie möglich zu bewahren und zu optimieren. Abfälle und der Einsatz von Ressourcen werden minimiert, und die Ressourcen verbleiben in der Wirtschaft, wenn ein Produkt das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht hat, und werden wieder und wieder verwendet. So sollen durch effizientere Produktion und Nutzung von Gütern und Dienstleistungen zusätzlich Werte ( oder zusätzlicher Nutzen) geschaffen werden, wobei es das Ziel ist, die Ergiebigkeit oder Nachhaltigkeit dieser Ressourcen zu verbessern.

Inspiration für dieses Konzept sind die natürlichen Ökosysteme, die in Schleifen, auch bekannt als „geschlossenen Systeme“, in dem Sinne funktionieren, dass sie zu ihrer eigenen Unverwüstlichkeit durch optimales Recycling nicht erneuerbarer Ressourcen wie Mineralstoffe beitragen, die insbesondere von Pflanzen, ihren Primärherstellern, wiederverwendet werden.

Für die Umweltgruppe der UNEP2 bedeuten nachhaltiger Verbrauch und nachhaltige Produktionspraktiken „den Einsatz von Dienstleistungen und verbundenen Produkten, die den Grundbedürfnissen entsprechen, eine höhere Lebensqualität herbeiführen und dabei gleichzeitig den Einsatz von natürlichen Ressourcen und toxischen Materialien sowie Emissionen durch Abfall und Schadstoffe im gesamten Lebenszyklus der Dienstleistung oder des Produkts minimieren, um so nicht die Belange zukünftiger Generationen zu gefährden.“

Dieser Bericht3 legte auch dar, dass das schnelle Wachstum des internationalen Handels allgemein den Energieverbrauch und Ressourcenfluss fördert, daher das Entkoppeln eher behindert als fördert und somit die Verantwortlichkeiten für den Ressourcenverbrauch und ihren Einfluss auf die Umwelt verwischt. Mehr auf Englisch

2 http://drustage.unep.org/resourceefficiency/what-we-do/overview 
3 Preface, page IX

3. Welche physikalisch-chemischen Einschränkungen und Begrenzungen gibt es für die Produktion und Verwendung von Produkten und Dienstleistungen?

In einem geschlossenen System wie der Erde, in dem Energie eintritt und das System wieder verlässt, Material dies aber nicht tut, können Strukturen spontan auftreten und sich organisieren. Das sind die sogenannten „dissipativen“ Strukturen, die eine Dissipation (Zerstreuung) der Energie, die durch das System läuft oder sich dort ansammelt, begünstigt oder sogar maximiert. Hierbei handelt es sich um das 2. thermodynamische Gesetz, d. h. Entropie kann nicht abnehmen. (Weitere Einzelheiten dazu in Level 2). Das einfachste Beispiel ist ein Wirbelsturm: eine Struktur, die sich, sobald sie eine kritische Schwelle erreicht hat, örtlich organisiert und die vom Ozean angesammelte Hitze in die Atmosphäre ableitet. Biologische Systeme sind einfach komplexere Formen dissipativer Strukturen4

Die Aufrechterhaltung dieser organisierten Strukturen erfordert eine kontinuierliche Energieversorgung und Wiederverwertung ihrer Materie (im Falle des Wirbelsturms ist dies Wasser, im Falle von Pflanzen sind es Wasser und Mineralstoffe, für Tiere sind es Pflanzen usw). Daher ist es absolut unerlässlich, diese natürlichen und nicht erneuerbaren Ressourcen zu bewahren und in einer Kreislaufwirtschaft zu optimieren, indem die verwendeten Produkte und Dienstleistungen reduziert, wiederverwendet und wiederverwertet werden (die drei „R“: reduce, re-use, recycle). Mehr auf Englisch

4 Hier sehen Sie ein kurzes animiertes Einführungsvideo zu diesem Thema: Das Emergenzprinzip https://www.youtube.com/watch?v=_WLYOYE8a5o 

4. Wie legt man eine Kreislaufwirtschaft an und welche Vorteile sind zu erwarten?

Das zentrale Element einer Kreislaufwirtschaft ist praktisch das „Entkoppeln“ des Wirtschaftswachstums von einer stärkeren Nutzung von Ressourcen und die Senkung der Umweltbeeinträchtigungen. Laut dem Bericht des Club of Rome ist diese Entkopplung zwischen Werteschaffen und reinem Wirtschaftswachstum für den sicheren Übergang zu einer integrierten Kreislaufwirtschaft dringend erforderlich. Das Entkoppeln des Wohlbefindens des Menschen vom Ressourcenverbrauch ist der Kernpunkt des Mandats des Internationalen Ressourcen-Panels (IRP) von der UNEP5 und seiner Initiative Grüne Wirtschaft (Green Economy Initiative)6.

In diesem Zusammenhang ist die UNEP-Umweltfunktionsdefinition einer grünen Wirtschaft ohne Bezugnahme auf Wachstum eine Wirtschaft, die sich in „ein verbessertes Wohlbefinden des Menschen und soziale Gleichberechtigung, Umweltrisiken und ökologische Verknappung“ übersetzt. „Einfach ausgedrückt, ist eine grüne Wirtschaft kohlenstoffarm, ressourceneffizient und sozial integrativ.“7

Welche konkreten Umsetzungen ein solcher Prozess mit sich bringt, zeigen insbesondere einige der kurzen, von der Europäischen Kommission veröffentlichten animierten Lehrvideos:

Dies erfordert eine grundlegende Weiterentwicklung unserer Auffassungen und Denkweisen: Statt sich auf eine klassische reduktive Annäherung an ein einziges Problem zu einem bestimmten Zeitpunkt zu konzentrieren, ist es nämlich absolut notwendig, gleichzeitig alle verschiedenen Dimensionen, die eine solche Entkopplung mit sich bringt, integrieren zu können und zu diesem Zweck eine wirklich systemische8 Analysemethode anzuwenden. Nach Sichtweise der Europäischen Kommission erfordert der Übergang zu einer engeren Kreislaufwirtschaft diesen „vollständigen systemischen Wechsel und Innovationen, nicht nur in Technologien, sondern auch in der Organisation, der Gesellschaft, den Finanzmethoden und - strategien“9.

Zu den im EASAC-Bericht hervorgehobenen Vorteilen, die sich aus einer Kreislaufwirtschaft ableiten lassen, gehören:

  • Eine Senkung der durch Abbau und Verwendung nicht erneuerbarer Ressourcen und Abfallbeseitigung entstehenden Umweltbelastungen;
  • Möglichkeiten, Umsätze weniger durch den Verkauf von Produkten und mehr durch das Anbieten von Dienstleistungen zu generieren;
  • Höhere Versorgungssicherheit und Kostenkontrolle;
  • Ein signifikanter Beitrag zur Minderung des Klimawandels. 

Mehr auf Englisch


5  http://www.gci.org.uk/Documents/Decoupling_Report_English.pdf
6 UNEP, 2011 Hin zu einer grünen Wirtschaft: Wege zu nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekäm
 http://web.unep.org/greeneconomy/sites/unep.org.greeneconomy/files/field/image/green_economyreport_final_dec2011.pdf
7 http://staging.unep.org/greeneconomy/AboutGEI/WhatisGEI/tabid/29784/Default.aspx 
8 http://www.clubofrome.org/a-new-club-of-rome-study-on-th e-circular-economy-and-benefits-for-society/  
9 Europäische Kommission Hin zu einer Kreislaufwirtschaft: Ein Null-Abfallprogramm für Europa
COM(2014) 398 final pg 2
 http://cor.europa.eu/en/activities/stakeholders/Documents/COM(2014)%20398%20final.pdf

5. Wo liegen die größten Hindernisse auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft?

Der Bericht des Club of Rome vermerkt, dass Marktkräfte allein nicht in der Lage sind, sich einer weiter entkoppelten Struktur der Wirtschaft durch Anpassung von Gesamteffizienz und Belastbarkeit hinsichtlich der Verfügbarkeit von Ressourcen anzunähern. Darüber hinaus sind einige der derzeit geltenden Vorschriften zur Förderung der Wirtschaft, wie Subventionen für erneuerbare Energien, Emissionshandel, die Ökodesign-Richtlinie, Energieeffizienznormen, Zielvorgaben für das Recycling von Materialien usw., immer noch ineffizient.

Ein Hauptfaktor bleibt weiterhin, wie die EASAC10 unterstreicht, dass die Preise nicht den wahren Gesamtwert (einschließlich der versteckten „Fremdkosten“) der Waren und Dienstleistungen widerspiegeln. Daher sind Preise auch nicht geeignet, über die Knappheit der Ressourcen aufzuklären, die Nachfrage nach tatsächlich lieferbaren Gütern zu koordinieren und die gänzliche finanzielle Vergütung für den realen Wert von Waren und Dienstleistungen sicherzustellen, die hergestellt und verbraucht werden.

Ein weiteres Hindernis ist das Vorhandensein umweltschädlicher Subventionen (EHS)11 wie Subventionen für den Abbau fossiler Brennstoffe. Im Bericht der UNEP-Arbeitsgruppe heißt es, dass die größten Herausforderungen bei der Entkopplung somit wie folgt angegangen werden sollten:

  1. Erklären, wie das Verständnis der globalen Ressourcenströme es ermöglichen könnte, die Verknüpfung mit den damit verbundenen Herausforderungen herzustellen.
  2. Politische Entscheidungsträger (und die breite Öffentlichkeit) überzeugen, dass die absoluten physikalischen Grenzen der nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen nach Handlung verlangen;
  3. Ressourcenentkopplung, die bereits begonnen hat, beschleunigen;
  4. Geeignete Marktsignale entwickeln
  5. Städte zu privilegierten Räumen erklären, fördern, um praktische Entkopplung in ihren Produktions- und Konsumweisen zu erreichen;
  6. Vereinbaren, dass Entkopplung (von Wachstum und Ressourcenverbrauch) eine notwendige Vorbedingung für die Senkung von globalen sozialen Ungerechtigkeiten ist.

Mehr auf Englisch

10  http://www.easac.eu/fileadmin/PDF_s/reports_statements/EASAC_Circular_Economy_Web.pdf
11 http://ec.europa.eu/environment/enveco/taxation/pdf/Harmful%20Subsidies%20Report.pdf  

6. Wie kann der Verbraucher zu einer besseren Kreislaufwirtschaft beitragen?

Millionen, wenn nicht Milliarden Verbraucher können den erfolgreichen Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft für bessere und neue Arten von Produkten und Dienstleistungen unterstützen oder behindern. Wie der EASAC-Bericht jedoch auch unterstreicht, bleibt ein Hauptproblem die Haltung und das Verhalten der Verbraucher, die immer wieder von Moden und Marketing der Unternehmer und Händler beeinflusst und angetrieben werden und nicht aus Sorge um Veralterung oder Recycling...

Somit ist es von grundlegender Bedeutung, das Bewusstsein der Verbraucher zu stärken und ihre proaktive Rolle zu erweitern12. Der Aktionsplan der EU zur Kreislaufwirtschaft umfasst fünf Aktionsachsen, die den Verbrauchern helfen sollen, Produkte und Dienstleistungen zu wählen, die besser für die Umwelt sind und gleichzeitig für Einsparungen und eine höhere Lebensqualität sorgen13. Mehr auf Englisch

12  http://ec.europa.eu/priorities/sites/beta-political/files/circular-economy-factsheet-consumption_en.pdf
13  https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/circular-economy-factsheet-consumption_en.pdf

7. Wie kann die Warenherstellung besser an eine Kreislaufwirtschaft angepasst werden?

Kreislaufwirtschaft muss auf globaler Ebene konzipiert, aber auf lokaler Ebene angepasst und umgesetzt werden. Auf Unternehmensebene spiegeln sich die Kosten für „externe ökologische Faktoren“, wie der Eigenwert der nicht erneuerbaren Ressourcen angesichts der langfristig noch abzubauenden Reserven (u. a. fossile Brennstoffe, aber auch seltene Erden oder Phosphate14 und sogar Trinkwasser), und der durch ihren Abbau sowie ihren Transport und ihre Nutzung verursachten Umweltschaden nicht im Marktpreis von Produkten und Dienstleistungen wider.

Kreislaufwirtschaft beginnt bereits ganz am Anfang des Produktlebenszyklus, da schon die Produktionsphase Auswirkungen auf die Umwelt und die Versorgung mit Ressourcen hat, während ihr Einsatz und die Erzeugung von Abfällen örtliche Herausforderungen sind15.

Laut UNEP-Bericht ist Innovation in diesem Bereich einer der Schlüssel und muss die Form einer lernenden Wirtschaft annehmen, in der Informationen von allen genutzt werden, und nicht die Form einer Wissenswirtschaft, in der Informationen patentiert und geschützt werden.

Die Initiativen des EU-Programms sollten dabei helfen, globale Innovationen für eine Kreislaufwirtschaft wie folgt zu tätigen: durch bessere und ökologischere Produktdesigns und Produktionsprozesse, direkte Wirtschaftsanreize für Hersteller, damit diese Produkte herstellen, die leicht wiederverwendet oder verwertet werden können, und Unterstützung innovativer industrieller Prozesse. Hierzu gehören Maßnahmen zur Einschränkung der Verschwendung von Lebensmitteln, Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit, Reparaturfähigkeit und Wiederverwertbarkeit von Produkten sowie Qualitätsstandards für Sekundärrohstoffe, eine Überarbeitung der Düngemittelverordnung, eine Strategie für Plastik zur Lösung von Problemen bei Wiederverwertbarkeit, biologischer Abbaubarkeit und Vorhandensein von Gefahrstoffen, sowie eine Reihe von Maßnahmen auf dem Gebiet der Wasserwiederverwendung. Mehr auf Englisch

14 Lesen Sie unsere Phosphatübersicht
15 Faktor 5: Transforming the Global Economy through 80% Improvements in Resource Productivity [Umbau der Weltwirtschaft durch 80%ige Verbesserungen bei der Nutzung von Ressourcen] von Ernst von Weizsäcker et al. (2009/2010). http://www.clubofrome.org/report/factor-five/ 

8. Kann eine bessere Kreislaufwirtschaft wirtschaftlich rentabel sein?

Auf Unternehmensebene begünstigen die derzeitigen Marktsignale immer noch größtenteils die Beibehaltung des linearen Wirtschaftsansatzes. Dennoch weisen einige Schätzungen zugunsten einer besseren Kreislaufwirtschaft im zukünftigen Kontext der Ressourcenknappheit auf mögliche positive Ergebnisse in der Handelsbilanz, bei der Beschäftigung, der Senkung von Treibhausgasen, der Effizienz von Unternehmen und nationalen Ressourcen sowie einer besseren Versorgungssicherheit hin.

Was die Beschäftigung betrifft, so benötigt eine Wirtschaft, die die Wiederverwendung, Verwertung, Aufwertung und Modernisierung begünstigt, auf kurze Sicht mehr Arbeitskräfte als Abbau- und Produktionstätigkeiten, dies aber nur so lange, wie andere Faktoren, beispielsweise ein unkontrollierter Robotisierungstrend, soziale Modelle nicht infrage stellt16. Mehr auf Englisch

16 ARTIFICIAL INTELLIGENCE, AUTOMATION, AND THE ECONOMY EXECUTIVE OFFICE OF THE PRESIDENT  https://www.whitehouse.gov/sites/whitehouse.gov/files/images/EMBARGOED%20AI%20Economy%20Report.pdf

9. Welchen Einfluss haben die Praktiken der Kreislaufwirtschaft auf Preise und Steuern?

Die Evolution linearer Wirtschaften wurde u. a. von einem Markt angetrieben, der nicht die „ökologische Wahrheit“ sagt. Wenn die wirklichen globalen Kosten des Modells der Kreislaufwirtschaft, die diese externen Effekte in die Preise einbettet, mit den offensichtlichen Kosten des Modells der linearen Wirtschaft verglichen würden, dann könnte ein vernünftiger Kostenvergleich zur Verfolgung einer Kreislaufwirtschaft gegenüber der linearen Wirtschaft erfolgen17

Auf der Grundlage dieser rechnerischen und spezifischeren Indikatoren wird es nicht nur möglich, sondern ist von zentraler Bedeutung, die Besteuerung und Preislegung zu überdenken; dies wird jedoch, wie der EASAC-Bericht unterstreicht, nicht als wesentliche Anpassung an ein an sich schon fehlerhaftes und nicht nachhaltiges Wirtschaftsmodell gesehen, sondern eher als eine Bürde, die die Gesellschaft tragen muss.

Beispielsweise würde eine Anpassung des Systems der Mehrwertsteuer (MwSt.) in der EU durch Einbeziehen der Kosten für externe Effekte es ermöglichen, Produkte bzw. Tätigkeiten, die eine geringere Auswirkung haben, abzugrenzen und die Entwicklung einer nachhaltigeren Kreislaufwirtschaft zu erleichtern, die eine Win-Win-Situation für Umwelt, Verbraucher, Regierungen und Wirtschaftstätigkeiten insgesamt bedeutet. Mehr auf Englisch

17 Französisches Generalkommissariat für nachhaltige Entwicklung – Monétarisation des biens, services et impacts environnementaux : la variabilité des valeurs monétaires. [Monetarisierung von Gütern, Dienstleistungen und Umweltauswirkungen: die Wandelbarkeit von Geldwerten].  http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/ED126.pdf

10. Welche Indikatoren gibt es für den Fortschritt hin zu einer besseren Kreislaufwirtschaft?

Klassische Wirtschaftsindikatoren auf der Grundlage traditioneller nationaler Konten wie das übliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) stellen kein Mittel zur Messung der Effizienz bereit, mit der Ressourcen eingesetzt werden. Neue Indikatoren, die für eine nachhaltige Entwicklung besser geeignet sind, sind im Gespräch. Dies ist der Fall für Indikatoren, die von Methoden auf der Grundlage von Lebenszyklusanalysen bereitgestellt werden, die eine bessere Basis für die Entwicklung spezifischerer Werkzeuge bieten, einschließlich monetärer Indikatoren für die Einbeziehung und Unterscheidung von Kosten für externe Umwelt- und Sozialeffekte von Produkten und Dienstleistungen, die ansonsten undifferenziert blieben. Mehr auf Englisch

11. Wie und wo werden Kreislaufwirtschaftsgrundsätze bereits angewendet?

Die grundlegenden Konzepte der Kreislaufwirtschaft sind bereits im Einsatz und der Bericht des Club of Rome hat eine detaillierte Analyse dieses Einsatzes in verschiedenen Ländern durchgeführt.

China führt seit 2006 landesweit vorgeschriebene Energieeinspar- und Schadstoffverringerungsprogramme durch, um zu bekämpfen, was chinesische Forscher mit „Effizienz mit geringen Ressourcen“ und „hohe Verschmutzungsgrade“ bezeichnen. Die von China seitdem eingeführten Maßnahmen werden für jedes andere Entwicklungsland mit ähnlichen Strategieabsichten von erheblicher Bedeutung sein und können als Pilotprojekt für eine „globale Wirtschaft“ auf Weltebene gelten.

In Japan war das Konzept der Gesunden Kreislaufgesellschaft (Sound Material Cycle Society, SMC) ein zentraler Ansatz, bei dem Materialstrom und diese Instrumente wahrscheinlich die fortschrittlichsten Beispiele für Maßnahmen sind, die darauf abzielen, in der Praxis die Ressourcenproduktivität zu verbessern und negative Umwelteinflüsse zu minimieren.

In Deutschland fand zwischen 1994 und 2007 ein scheinbar eindrucksvolles Niveau der Entkopplung von Ressourcen statt, auch wenn die Zahlen es nicht ermöglichten, den Einfluss dieser Entkopplung adäquat zu messen.

In den Niederlanden18 stellte der reparierte und wiederverwendete Produktstrom aus den Metall- und Elektrosektoren rund 16 % der neuen Produkte dar und rund 81 % der Produkte dieser Sektoren werden für die Wiederverwertung angeboten, so dass angenommen werden kann, dass in diesen beiden Sektoren zumindest ein gewisser Grad an Kreislauf bereits an Akzeptanz gewonnen hat.

In der EU wurden die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft nach und nach in gewerbliche optimale Praktiken, umweltfreundliche öffentliche Beschaffungen, den Einsatz von Kohäsionsfonds und in die Bau- und Wassersektoren integriert. In ihrem Bericht 2017 über den Kreislaufwirtschaftsaktionsplan hat die EU-Kommission die ergriffenen Schlüsselmaßnahmen aufgeführt, darunter Schritte, die zur Information und Ermutigung von Investoren und Innovatoren ergriffen werden sollten, damit diese das Modell einer Kreislaufwirtschaft aufgreifen.

Darüber hinaus hat der Weltwirtschaftsrat für Nachhaltige Entwicklung kürzlich einen Praktischen Leitfaden für die Kreislaufwirtschaft20 veröffentlicht, der diverse konkrete Geschäftsbeispiele und fünf wesentliche Schritte für den Übergang zu einem Kreislaufgeschäftsmodell nannte.

Schließlich veröffentlicht das International Resource Panel (IRP) regelmäßig wissenschaftliche Beurteilungen über wirtschaftliche Entkopplungsinitiativen in Verbindung mit Städten, Umweltauswirkungen, Wasser, Metalle, Land und Boden, Lebensmittel usw21. Mehr auf Englisch

18 Gelegenheiten für eine Kreislaufwirtschaft in den Niederlanden www.tno.nl 
19  http://ec.europa.eu/environment/circular-economy/implementation_report.pdf
20 Ausschöpfen von Mehrwerten mit weniger Ressourcen – Eine praktische Anleitung für eine Kreislaufwirtschaft
www.wbcsd.org/Projects/Education/Leadership-program/Resources/Unlocking-More-Value-with-fewer-resources-A-practical-guide-to-the-circular-economy 
Der WBCSD (Weltwirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung) ist eine von einem CEO geführte Organisation von über 200 führenden Unternehmen und Partnern, die zusammen an der Entwicklung verschiedener Ressourcen für Gesellschaften arbeiten, um den Übergang zu einer nachhaltigen Welt zu beschleunigen.
21 www.resourcepanel.org/reports 


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