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Ernährung Vorbeugung chronischer Krankheiten

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Kontext - Aufgrund des Wandels unserer Lebens- und Essgewohnheiten, haben bestimmte chronische Krankheiten sowohl in den Industrieländern als auch in Entwicklungsländern zugenommen.

Ernährungsbedingte chronische Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Zahnerkrankungen und Osteoporose sind weltweit die häufigste Todesursache und stellen eine erhebliche Belastung für die Gesellschaft dar.

Wie können gesunde Ernährung und Bewegung uns helfen das Risiko für diese chronischen Krankheiten zu verringern?

Diese Kurzfassung ist eine sinngetreue Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Konsensberichts, der im 2003 durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Welternährungsorganisation (FAO) veröffentlicht wurde: "Ernährung und Vorbeugung chronischer Krankheiten" Mehr...

  • Quelle:WHO / FAO (2003)
  • Übersicht & Details:GreenFacts

1. Inwiefern spielt die Ernährung bei chronischen Krankheiten eine Rolle?

Chronische Krankheiten nehmen weltweit zu
Chronische Krankheiten nehmen weltweit zu

1.1 Chronische Krankheiten sind lang andauernde Krankheiten, die nicht ansteckend und weitgehend vermeidbar sind. Sie sind weltweit die häufigste Todesursache und stellen eine erhebliche Belastung für die Gesellschaft dar. Dies gilt insbesondere für Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Zahnerkrankungen und Osteoporose. Eine bessere Ernährungsweise und mehr Bewegung können das Risiko für diese chronischen Krankheiten verringern. Mehr auf Englisch

1.2 In den ärmsten Nationen der Welt sind Hunger und Mangelernährung verheerende Probleme, die oftmals zu körperlichen oder geistigen Behinderungen oder gar zum Tod führen. Zugleich kommt es infolge der raschen Veränderungen der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten einiger Bevölkerungsgruppen dieser Länder zu einem Anstieg chronischer Krankheiten (zum Beispiel Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen).

Um sowohl Mängel in der Ernährung als auch chronische Krankheiten zu bekämpfen, ist daher eine sichere und angemessene Lebensmittelversorgung erforderlich. Mehr auf Englisch

2. Wie verändern sich die Ernährungsgewohnheiten?

Die Nachfrage nach Tierprodukten wie Fleisch steigt
Die Nachfrage nach Tierprodukten wie Fleisch steigt

Weltweit findet ein Ernährungswechsel statt. Traditionelle pflanzliche Nahrungsmittel wie Getreide und Kartoffeln werden mehr und mehr durch Nahrungsmittel mit zugesetztem Zucker und tierischen Fetten ersetzt. In Verbindung mit einem allgemeinen Trend zu einer zunehmend sitzenden Lebensweise ist dies ein Risikofaktor, der der Entwicklung von chronischen Krankheiten zugrunde liegt. Mehr auf Englisch

2.1 Die durchschnittliche Menge an Nahrungsmitteln, die verzehrt wird, (Kalorienzufuhr) scheint weltweit stetig gestiegen zu sein, insbesondere in den Entwicklungsländern, mit Ausnahme der afrikanischen Länder südlich der Sahara. Mehr auf Englisch

2.2 Der durchschnittliche Fettgehalt der Ernährung steigt ebenfalls weltweit. Er ist in Teilen von Nordamerika und Europa besonders hoch. Ein zunehmend großer Anteil dieses Fettes stammt aus Tierprodukten und Pflanzenölen. Mehr auf Englisch

2.3 Steigende Einkommen und Bevölkerungswachstum haben die Nachfrage nach Tierprodukten wie Fleisch, Milchprodukten und Eiern erhöht. Diese Produkte enthalten hochwertiges Eiweiß und viele Hauptnährstoffe, allerdings kann ein unverhältnismassiger Konsum zu einer übermäßigen Fettaufnahme führen. Mehr auf Englisch

2.4 In vielen Ländern ist der Fischfang nicht nur eine Quelle von Arbeitsplätzen und Einkommen, sondern auch eine wichtige Quelle für tierisches Eiweiß. Die pro Person durchschnittlich verzehrte Menge an Fisch und Fischereiprodukten hat sich seit 1957 fast verdoppelt. Inwiefern diese Nahrungsquelle in Zukunft verfügbar sein wird, hängt von der nachhaltigen Nutzung der Fischbestände der Meere ab. Viele von den Beständen sind bereits bis zur Grenze ihrer Belastbarkeit ausgebeutet. Mehr auf Englisch

2.5 Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist für die Gesundheit empfehlenswert. Obwohl der durchschnittliche Verzehr gestiegen ist, isst nur eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung ausreichend Obst und Gemüse. Mehr auf Englisch

2.6 Es ist zu erwarten, dass der durchschnittliche Nahrungsmittelverzehr (Kalorienzufuhr) in Entwicklungsländern zukünftig weiter steigen wird. Grundnahrungsmittel wie Getreide, Wurzeln und Knollen werden zunehmend durch Fleisch, Milchprodukte und Öle ersetzt. Der Fischverzehr wird immer mehr durch die Umweltbedingungen eingeschränkt werden. Mehr auf Englisch

2.7 Als Fazit bleibt festzuhalten, dass eine Umstellung in den Ernährungsgewohnheiten nötig ist, um der epidemieartigen Zunahme chronischer Krankheiten entgegentreten zu können. Wenn es um den Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Risiko für chronische Krankheiten geht, sollten alle Schritte - von der Nahrungsmittelproduktion bis hin zum Verzehr - berücksichtigt werden. Mehr auf Englisch

3. Was haben chronische Krankheiten mit der Ernährungsweise zu tun?

In der Kindheit erworbene Gewohnheiten
In der Kindheit erworbene Gewohnheiten
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Die Ernährung kann - ebenso wie andere Faktoren (z.B. Bewegung, Rauchen) - die Gesundheit während des ganzen Lebens beeinflussen. Mehr auf Englisch

3.1

  • Entwicklungsverzögerungen im Mutterleib und in der frühen Kindheit können das Risiko für ernährungsbedingte chronische Krankheiten im späteren Leben erhöhen. Gestillte Kinder könnten ein geringeres Risiko haben, später fettleibig zu werden. Dagegen könnten Muttermilchersatzprodukte (Flaschennahrung) das Risiko erhöhen, diverse chronische Krankheiten zu entwickeln.
  • In der Kindheit und Jugend erworbene Gewohnheiten wie ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit.
  • Die meisten chronischen Krankheiten treten im Erwachsenenalter auf. Daher ist es wichtig, in diesem Lebensalter Risikofaktoren zu reduzieren (z.B. Rauchen, übermäßige Gewichtszunahme und Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, Cholesterin, hoher Blutdruck und Alkoholkonsum).
  • Am schwersten belasten chronische Krankheiten Menschen im Alter von über 60 Jahren auf.

In jedem Lebensabschnitt kann das Risiko für chronische Krankheiten reduziert werden. Daher ist es in jedem Alter wünschenswert, auf eine gesunde Ernährungsweise zu achten, das Gewicht zu halten und Sport zu treiben. Mehr auf Englisch

3.2 Einzelne (individuelle) Risikofaktoren können sich mit der Zeit summieren und auf diese Weise das Gesamtrisiko für chronische Krankheiten erhöhen. Ungesunde Ernährung und Gewohnheiten, die zu einem Mangel an Bewegung führen, wie beispielsweise stundenlanges Fernsehen, erhöhen das Risiko, im frühen Erwachsenalter zu erkranken. Mehr auf Englisch

3.3 Manche Menschen sind aufgrund genetischer Faktoren anfälliger für chronische Krankheiten. Mehr auf Englisch

3.4 Ein gesunder Lebensstil beinhaltet genügend Bewegung, abwechselungsreiches Essen und soziale Beziehungen. Zahlreiche Fälle von koronarer Herzkrankheit, Diabetes und Krebs könnten wahrscheinlich verhindert werden, wenn zeitlebens Risikofaktoren konsequent reduziert würden. Mehr auf Englisch

4. Was für Ernährungsweisen werden zur Vorbeugung chronischer Krankheiten empfohlen?

Mindestens 400g Obst und Gemüse pro Tag
Mindestens 400g Obst und Gemüse pro Tag
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4.1 Um chronischen Krankheiten vorzubeugen, wird keine genaue Nahrungszufuhr empfohlen. Es werden jedoch Ernährungsweisen empfohlen, die in einem „sicheren Zufuhrbereich“ liegen und die dem Erhalt der Gesundheit der Bevölkerung zu Gute kommen. Mehr auf Englisch

4.2 Die wissenschaftliche Beweislage kann als „überzeugend“ (siehe Anhang 2, S. 9), „wahrscheinlich“ (siehe Anhang 2, S. 9), „möglich“ (siehe Anhang 2, S.9) oder „unzureichend“ klassifiziert werden, je nach Anzahl und Art der durchgeführten Studien und der Konsistenz der Ergebnisse. Mehr auf Englisch

4.3 Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, chronischen Krankheiten vorzubeugen. Die gemeinsame Expertenkonsultation von WHO und FAO (Joint WHO/FAO Expert Consultation) bietet Richtwerte für den Anteil verschiedener Nahrungsmittelgruppen an einer typischen ausgewogenen Ernährung.

Tabelle 6: Bereiche für die wünschenswerte Zufuhr an Nährstoffen auf Bevölkerungsbasis [en]

  • Der gesamte Fettanteil sollte 15 bis 30 % der mit der Nahrung zugeführten Energie betragen.
  • Freier Zucker (der z.B. in Softdrinks und vielen industriell hergestellten Nahrungsmitteln enthalten ist) sollte höchstens 10 % zur Gesamtenergieaufnahme beitragen (Kommentar ).
  • Der Verzehr von mindestens 400g Obst und Gemüse pro Tag wird empfohlen. Damit ist - in Verbindung mit dem Konsum von Vollkornprodukten - für eine ausreichende Versorgung mit Ballaststoffen gesorgt.

Zusätzlich gibt die Weltgesundheitsorganisation Empfehlungen hinsichtlich des Körpergewichtes – gemessen am Body Mass Index (BMI) - und Bewegung. Mehr auf Englisch

4.4 Für Menschen jeden Alters wird empfohlen, sich jeden Tag mindestens 30 Minuten lang mäßig zu bewegen (z.B. zügiges Gehen), um die Gesundheit des Herz-Kreislauf-System zu erhalten. Intensivere Bewegung über einen längeren Zeitraum (60 min) ist noch besser für die Gesundheit und dient insbesondere der Vorbeugung von Fettleibigkeit. Das Ausmaß der körperlichen Betätigung sollte individuell angepasst werden, unter Gewichtung von möglichen Vorteilen und Risiken. Mehr auf Englisch

5. Übergewicht und Fettleibigkeit

Gewichtszunahme
Gewichtszunahme
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5.1 Weltweit sind immer mehr Erwachsene, Jugendliche und Kinder von Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) betroffen.

Eine Gewichtszunahme kann die Folge von einer Änderung der Ernährungs- oder Bewegungsgewohnheiten sein und zu Fettleibigkeit und anderen chronischen Krankheiten führen. Mehr auf Englisch

5.2 Bestimmte Nahrungsmittel und Essgewohnheiten wie ständiges Naschen, Binge-Eating (zügelloses Essen) und das Essen außerhalb des eigenen Hauses können zu Übergewicht und Fettleibigkeit führen. Hier ist eine mäßige bis intensive körperliche Bewegung wichtig, um einer ungesunden Gewichtszunahme vorzubeugen. Eine gute bis sehr gute körperliche Kondition hat auch unabhängig vom Körpergewicht positive Wirkungen auf die Gesundheit. Ein gesundes Gewicht kann das Risiko für Krankheiten und einen vorzeitigen Tod verringern. Mehr auf Englisch

5.3 Viele erwiesene Faktoren können vor Fettleibigkeitschützen:

  • Regelmäßige körperliche Betätigung
  • Reichliche Aufnahme von Ballaststoffen
  • Häusliches und schulisches Umfeld, das gesundes Essen und Bewegung fördert
  • Stillen im Säuglingsalter

Einige Faktoren erhöhen das Risiko:

  • Sitzender Lebensstil, insbesondere sitzende berufliche Tätigkeiten sowie Freizeitbeschäftigungen ohne Bewegung (beispielsweise Fernsehen).
  • Große Essensportionen
  • Hoher Konsum von Getränken mit Zuckerzusatz

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5.4 Wenn gesunde Lebensgewohnheiten bereits früh im Leben gefördert werden, könnte Fettleibigkeitvorgebeugt werden. Jeder kann sein Risiko vermindern, indem er einen normalen Body Mass Index (BMI) hat und seinen Taillenumfang unter Kontrolle hält. Eine mäßige bis intensive Bewegung (zum Beispiel täglich eine Stunde Gehen) und ein eingeschränkter Konsum von sehr zucker- und fetthaltigen Nahrungsmitteln und Getränken können das Risiko, übergewichtig oder fettleibig zu werden, ebenfalls senken. Mehr auf Englisch

6. Diabetes

Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel
Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel
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6.1 Diabetes (Zuckerkrankheit) hängt mit dem Hormon Insulin zusammen, welches den Blutzuckerspiegel reguliert.

  • Typ-1-Diabetes entsteht, wenn der Körper kein Insulin mehr produzieren kann.
  • Der häufigere Typ-2-Diabetes entsteht, wenn der Körper nicht mehr normal auf das Insulin reagieren kann. Diabetes kann zu ernsten Komplikationen führen, unter anderem zu Blindheit, Nierenversagen, Herzkrankheiten und Schlaganfällen. Zur Vorbeugung von Typ-2-Diabetes und zum Umgang mit dieser Krankheit sind Veränderungen der Lebensweise wichtig.

Die Anzahl von Menschen, die weltweit mit Diabetes leben, wird zurzeit auf ca. 150 Millionen geschätzt. Es wird jedoch befürchtet, dass sich diese Zahl bis zum Jahr 2025 verdoppeln wird. Mehr auf Englisch

6.2 Eine bewegungsarme Lebensweise und Übergewicht (insbesondere zu viel Bauchfett) erhöhen das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Mehr auf Englisch

6.3 Zu viel Bauchfett kann zur Auslösung einer Insulinresistenz beitragen. Dies ist in den meisten Fällen von Typ-2-Diabetes der Fall. Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft an Diabetes gelitten haben, laufen ein hohes Risiko, bereits frühzeitig im Leben fettleibig zu werden und Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Der Konsum von gesättigten Fetten erhöht möglicherweise das Risiko für Typ-2-Diabetes. Mehr auf Englisch

6.4 Schritte, die genommen werden, um einer übermäßigen Gewichtszunahme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, können ebenfalls das Diabetesrisiko verringern. Dazu gehört beispielsweise, ein gesundes Körpergewicht zu halten, an den meisten Tagen der Woche mindestens eine Stunde lang körperlich aktiv zu sein (z.B. gehen), genügend Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu verzehren und die Aufnahme von gesättigten Fetten einzuschränken. Mehr auf Englisch

7. Herz-Kreislauf -Erkrankungen

Stethoskop
Stethoskop
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7.1 Der gegenwärtige Wandel der Lebensweisen trägt zu einem weltweiten Anstieg der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Schätzungen zufolge werden derzeit weltweit ein Drittel aller Todesfälle durch Krankheiten des Herzens und der Blutgefäße verursacht. Mehr auf Englisch

7.2 Risikofaktoren wie eine schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung und Tabakkonsum können sich mit der Zeit aufsummieren und dadurch das Gesamtrisiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Mehr auf Englisch

7.3 Es ist erwiesen, dass bestimmte Nahrungsfette, insbesondere Milchfett, Fleischfett und gehärtete Öle (z.B. bestimmte Margarinesorten), das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Andere Nahrungsfette, zum Beispiel Sojabohnenöl und Sonnenblumenöl, können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Fischöl (das in fettem Fisch zu finden ist) wirkt ebenfalls gesundheitsfördernd.

Ein hoher Salzkonsum kann den Blutdruck und damit das Risiko für Schlaganfall und koronare Herzkrankheit erhöhen, während eine ballaststoffreiche Ernährung das Risiko für koronare Herzkrankheit verringern kann. Mehr auf Englisch

7.4 Ein hoher Obst-, Gemüse- und Fischverzehr kann das Herz-Kreislauf-System stärken und das Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Alkohol sollte in Hinblick auf Herz-Kreislauf- und andere Risiken nur in Maßen konsumiert werden Mehr auf Englisch

7.5 Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte die Aufnahme von Fetten aus Milchprodukten, Fleisch und gewissen Kochfetten eingeschränkt werden. Es wird empfohlen, täglich 400 bis 500g Obst und Gemüse und ein- bis zweimal wöchentlich Fisch zu essen. Nicht mehr als 5g Salz pro Tag zu sich nehmen und täglich mindestens 30 Minuten Sport treiben, verbessert ebenfalls die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Mehr auf Englisch

8. Krebs

8.1 Mit der Alterung der Bevölkerung wird Krebs zu einem zunehmenden Problem und zu einer Haupttodesursache. Neben dem Tabakrauch (der häufigsten bewiesenen Ursache für Krebs) spielen weitere erforschte und unerforschte Faktoren eine Rolle. Mehr auf Englisch

8.2 Es wird geschätzt, dass für ein Drittel aller Krebserkrankungen in industrialisierten Ländern Ernährungseinflüsse mitverantwortlich sind. Damit steht die Ernährung nach dem Tabakkonsum an zweiter Stelle der Krebsursachen, die theoretisch vermeidbar sind. Weitere Risikofaktoren sind unter anderem Fettleibigkeit, hoher Konsum von Alkohol oder Fleischkonserven und Mangel an Bewegung. Mehr auf Englisch

8.3 Magen- und Leberkrebs treten in bestimmten Entwicklungsregionen häufiger auf. Unter den ernährungsbedingte Risikofaktoren, die zu Leberkrebs beitragen, ist übermäßiger Alkoholkonsum der Hauptfaktor. Ein hoher Verzehr von salzigen und konservierten Nahrungsmitteln kann das Risiko für Magenkrebs erhöhen. Allerdings spielen hierbei auch bestimmte Infektionen eine Rolle. Mehr auf Englisch

8.4 Westliche Ernährungsweise und Fettleibigkeit könnten das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen. Dies ist zum Beispiel der Fall für Krebserkrankungen des Dickdarmes und Mastdarmes (kolorektales Karzinom), Pankreastumore, Brustkrebs und Prostatakrebs. Diese Krebsarten treten in den Industrieländern häufiger auf. Mehr auf Englisch

8.5 Das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, kann vermindert werden, indem ein gesunder Body Mass Index (BMI) gehalten wird. Eine Stunde Bewegung pro Tag (z.B. schnelles Gehen), ein geringer Konsum von Alkohol und Salz, ein ausreichender Konsum von Obst und Gemüse und das Vermeiden von zu heißem Essen tragen ebenfalls dazu bei, das Krebsrisiko zu vermindern. Mehr auf Englisch

9. Zahnerkrankungen

Ernährung spielt bei Zahnerkrankungen eine wichtige Rolle
Ernährung spielt bei Zahnerkrankungen eine wichtige Rolle
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9.1 Zahnerkrankungen wie Karies und Zahnfleischerkrankungen verursachen hohe Kosten für die Gesundheitssysteme. Zwar ist die Zahl der Kariesfälle in den letzten 30 Jahren zurückgegangen, jedoch hat sich die Lebenserwartung verlängert, sodass die Zahl der Menschen mit Zahnerkrankungen zunimmt. Dies ist insbesondere in Ländern mit steigendem Zuckerkonsum und unzureichender Fluoridversorgung der Fall. Mehr auf Englisch

9.2 Die Ernährung spielt bei Zahnerkrankungen eine wichtige Rolle. Karies entsteht nur, wenn sowohl Zucker (aus der Nahrung) als auch Bakterien anwesend sind. Auch Säuren in Nahrungsmitteln und Getränken können die Zahnoberfläche schädigen. Mehr auf Englisch

9.3 Der Zuckerkonsum ist der wichtigste Einflussfaktor für Zahnkaries. Studien haben einen starken Zusammenhang zwischen der Menge und Regelmäßigkeit des Zuckerkonsums und der Entwicklung von Karies aufgezeigt. Mehr auf Englisch

9.4 Die wirksamste Vorbeugung gegen Zahnkaries ist eine angemessene Fluoridversorgung. Allerdings muss auch der Zuckerkonsum eingeschränkt werden, um das Risiko weiter zu reduzieren. Bestimmte Nahrungsmittel (wie beispielsweise Käse) stimulieren eventuell den Speichelfluss, was vor Karies schützen kann. Gestillte Babys haben in der frühen Kindheit im allgemein weniger Karies als Babys, die Flaschennahrung bekommen. Mehr auf Englisch

9.5 Die wichtigsten ernährungsbezogenen Empfehlungen zur Vermeidung von Zahnerkrankungen lauten: Einschränkung der Menge und Häufigkeit des Zuckerkonsums, Sicherstellung einer ausreichenden Fluoridversorgung und Vermeidung einer Mangelernährung. Mehr auf Englisch

10. Osteoporose

Das Osteoporoserisiko steigt mit dem Alter
Das Osteoporoserisiko steigt mit dem Alter
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10.1 Die Krankheit Osteoporose betrifft Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Sie führt zu erhöhter Knochenbrüchigkeit, Fragilität und folglich zu einem steigenden Risiko für Knochenbrüche. Das Risiko, Osteoporose zu entwickeln, steigt mit dem Alter und kann zu Krankheit, Behinderung und sogar zu vorzeitigem Tode führen.

Das Risiko für Brüche der Hüfte und Wirbelknochen steigt exponentiell mit dem Alter. In Ländern mit häufigen Knochenbrüchen sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Insgesamt treten jedes Jahr ungefähr 1.66 Millionen Hüftbrüche auf. Man rechnet damit, dass diese Zahl in Zukunft weiter ansteigen wird. Mehr auf Englisch

10.2 Kalzium- und Vitamin D-Mangel erhöhen das Osteoporoserisiko bei älteren Menschen. Andere Ernährungsfaktoren und Bewegung hingegen können das Risiko senken, während ein geringes Körpergewicht und ein hoher Alkoholkonsum das Risiko erhöhen. Mehr auf Englisch

10.3 Das Osteoporose-Risiko älterer Menschen kann mit einer Kalzium- und Vitamin D-reichen Ernährung reduziert werden. Solche vorbeugenden Maßnahmen sind jedoch nur für Bevölkerungsgruppen sinnvoll, die ein hohes Risiko für osteoporosebedingte Knochenbrüche haben. Zur Vorbeugung hilft auch mehr Sonnenlicht (vermehrte Vitamin D-Produktion), mehr Bewegung, mehr Obst und Gemüse und ein verringerter Konsum von Alkohol und Salz. Mehr auf Englisch

11. Zusammenfassung/Schlusswort

Chronische Krankheiten sind weit verbreitet und sind eine große Belastung für die Gesellschaft, da sie weltweit die häufigste Todesursache darstellen. Dazu gehören:

Chronischen Krankheiten kann zum Grossteil durch eine gesunde Lebensweise, eine ausgewogene Ernährung und Bewegung vorgebeugt werden.

Die gemeinsame Expertenkonsultation von WHO und FAO (Joint WHO/FAO Expert Consultation) bietet Richtwerte für eine durchschnittliche ausgewogene Ernährung (auf Bevölkerungsebene):

  • Der gesamte Fettanteil sollte 15 bis 30 % der täglichen Energiezufuhr betragen.
  • Freier Zucker (der in Softdrinks und vielen industriell hergestellten Nahrungsmitteln enthalten ist) sollte höchstens 10 % der zur Gesamtenergieaufnahme beitragen (Kommentar).
  • Es sollten mindestens 400g Obst und Gemüse pro Tag verzehrt werden (siehe 4.).

Ganz allgemein ist ein gesunder Lebensstil mit genügend Bewegung, abwechselungsreicher Ernährung und vielen sozialen Beziehungen der beste Weg, das Risiko für chronische Krankheiten zu reduzieren.